Weiss wie Schnee…

„Weiß wie Schnee, rot wie Blut…“

Festgefroren lagen die Dampfer an den Landungsstegen.

Der sonnige Wintertag hatte viele Spaziergänger hervorgelockt,
die nun die Allee der Uferpromenade des Sees bevölkerten.

An der Uferböschung hatte sich, um eine Platane herum, eine größere Menschengruppe versammelt, und schaute gebannt auf ein
Schauspiel besonderer Art.

– Direkt unter diesem Baum lag ein Bündel aus Fleisch und Federn,
an welchem sich ein Habicht gütlich tat.

– Er hatte eine Taube geschlagen, und hockte nun festgekrallt
über der Beute, während sein Schnabel hungrig in die Masse aus
Fleisch und Federn fuhr.
Rundum bedeckten kleine, blutige Federn den Schnee
und erzeugten einen eigenartigen Kontrast
zu dem glitzernd starren Weiß.

– Der Habicht störte sich kaum an den Menschen um ihn herum.
Immer wieder stieß sein Schnabel in den erbeuteten Vogel.
Nur ab und zu hob er den Kopf und blickte aus wilden,
leuchtenden Augen in das Menschenrund
welches seiner Mahlzeit beiwohnte.

– Erst als ein Hund kläffend herandrängte,
erhob er sich mit schwerem Flügelschlag
und war bald nur noch ein Schatten
über der zugefrorenen Fläche des Sees.

– Und wie eine verlassene Feuerstelle blieben
die Überreste der Taube im Schnee zurück.

Über waehlefreude

..."Dumme rennen, Kluge warten, Weise gehen durch den Garten."... Rabindranath Tagore ... Vielleicht ist ja alles Garten, wenn wir richtig hinschauen.
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