Die Winterdrude in der Stadt

Die Nacht sie liegt so eisig grau, auf Straßen und auf Plätzen.
Gespenstig speit die große Stadt nun ihre Winterdrude aus,
um vieles zu verätzen.

Sie legt sich dürr, in fahlem Hauch, in bösen Nebelfetzen
auf manch´ Gemüt und geistert wild und will uns Ängste setzen.

Die Drude kichert schauderhaft; sie streicht durch alle Ritzen.
Sie spinnt aus Grau so manchen Graus und läßt im Traum uns schwitzen.

Sie saugt mit ihrem schwarzen Schlund, voll Salz und Bitterkeit,
an jedem kleinen Stück Natur, denn jetzt ist ihre Zeit.

Die Winterdrude aus der Stadt schickt einen ölig, bösen Gruß;
verhext noch in der Nacht den Tag, der eisig folgen muß.

 

 
„Druden (auch Trut, Nachtmahr oder Walriderske)
sind in altdeutscher Vorstellung eigentlich
Jungfrauen und Priesterinnen,
nach deutschem Sagentum insbesondere
auch auf spezielle Art besessene Frauen,
deren Geist eine Drude, einen hexenhaften
Nachtgeist abspalten kann.
In der Fabellehre wurden aus ihnen
übermenschliche weibliche Wesen,
die auf den Menschen heilsam oder
verderblich einwirken können.
Dieses Einwirken scheint sich oft darin zu äußern,
dass sich die in Form eines alten hässlichen dürren,
aber sehr schweren Weibes abgespaltenen
Druden des Nachts zu Menschen begeben
und Albdrücken auslösen.
Man scheint darüber uneins zu sein,
ob solche Heimsuchungen einer Drude
ein gewolltes
und wissentliches Unternehmen sind.
Manchmal soll sich eine Drude
auch daran zu erkennen geben,
dass sie die erste Person ist,
die am kommenden Tag um Salz bittet.“

Die „Definition“ habe ich aus unterschiedlichen Quellen
mit einem Augenzwinkern
„zusammenrecherchiert“,
um der „Winterdrude“
ein „Gesicht“ zu geben.

Über waehlefreude

..."Dumme rennen, Kluge warten, Weise gehen durch den Garten."... Rabindranath Tagore ... Vielleicht ist ja alles Garten, wenn wir richtig hinschauen.
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