Gott gebe mir die Gelassenheit…

 

Gott gebe mir die Gelassenheit,

Dinge hinzunehmen,

die ich nicht ändern kann,

den Mut, Dinge zu ändern,

die ich ändern kann

und die Weisheit,

das eine vom anderen zu

unterscheiden.

 

Wer kennt diesen Spruch nicht?

Für mich war er lange regelmäßiger Begleiter.

Im Sommer 1980 habe ich mit dem Trinken aufgehört und tatsächlich, ohne Rückfall, bis jetzt, keinen Alkohol getrunken. Über Jahre hinweg habe ich Gruppen der anonymen Alkoholiker besucht.

Doch Sucht? Da saßen wir mit brennender Zigarette und unverzichtbarem Kaffee…

Mittlerweile gibt es so viele Selbsthilfegruppen im Stil der Anonymen Alkoholiker. Da gibt es Gruppen für Spielsüchtige, Beziehungssüchtige, Gefühlssüchtige, Arbeitssüchtige und…

Gruppen für Gruppensüchtige gibt es wohl noch keine. 😉

Und Sucht ist anscheinend der Kitt, der unsere moderne „Spiegelwelt“ im Rahmen hält.

Nach einer „wunderbaren“ Stationärtherapie, vor etlichen Jahren, in welcher ich mir das Rauchen abgewöhnen wollte und meiner Suchtstruktur auf den Grund gehen wollte, „hatte“ ich auf einmal mehr Süchte, als ein Hund Flöhe haben kann… Ohhhhh!

Mittlerweile filtere ich nach „bekömmlichen“ Süchten und „weniger bekömmlichen“. Sicher eine angenehme Form von „Altersmilde“.

Sucht ist für mich immer eine Form der Suche mit „Resignationsschlaglöchern“. Die „Suche“ wird, weil… eben meist zugestopft mit Ersatz für das, was man  nach „undenklicher Zeit“ finden zu können meint, oder nicht mehr bekommen zu können denkt.

…Ob schon das Denken die Sucht ist? …

 

 

Über waehlefreude

..."Dumme rennen, Kluge warten, Weise gehen durch den Garten."... Rabindranath Tagore ... Vielleicht ist ja alles Garten, wenn wir richtig hinschauen.
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20 Antworten zu Gott gebe mir die Gelassenheit…

  1. teggytiggs schreibt:

    Denken ist Sucht, da bin ich sicher, vielleicht unsere schlimmste, denn es nimmt uns Energie und zieht überall Grenzen, engt die Wahrnehmung ein…ich kann nicht davon lassen, obwohl ich es will…aber ich übe mich im Nichtdenken…

    Gefällt 4 Personen

    • waehlefreude schreibt:

      Schmunzel. Doch das „Nichtdenken“ ist ja auch schon wieder „Denken“; sogar ein Vermeidungsdenken.

      Ich übe mich in „Trance“, oder „Träumen“, oder „Meditation“ und einer Art selbstgebasteltem Autogenen Training.

      – Und, wie so oft, ist es die Natur selbst, die heilt. Da begegne ich, im genau richtigen Moment, irgendwelchen Tieren, die mir die bessere Lebensart zeigen. Die Laufenten zum Beispiel mit ihrer unbeirrbaren, zum Teil fast komisch anmutenden Lebensart; oder die Meisen begegnen mir in ihrer Verspieltheit… Ja, so etwas. – Oder da ist dieses Staunen über einen Sternenhimmel, eine Nebelwelt, besondere Bäume, Pflanzen und Steine.

      – Und das andere: Du meine Güte! Ich bin Mensch! Was will ich erwarten?
      Und jedes Mal, wenn ich aus dem Bett aufstehe, bin ich ein „Aufgestiegener Meister“. 😉
      Also was soll es?

      Liebe Grüße,
      Frank

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      • teggytiggs schreibt:

        …man kann „nichtdenken“…ich habe es das erste Mal bei Castaneda gelesen und dann auch probiert…beim Meditieren…und es hat geklappt, immer nur wenige Augenblicke, aber wenn man übt, geht es langsam besser…es ist so ein Zustand, den man erreichen muss, das Denken entscheidet sich für den Zustand des nichtdenkens…es funktioniert, man darf eben nicht auf dem Niveau des Denkens bleiben, sondern muss den Zustand ändern…das ist eben etwas, was sich nicht erklären lässt…ich übe…denn dann, ändert sich die Welt und das ist sehr faszinierend…

        liebe Grüße an den aufgestiegenen Meister!

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      • finbarsgift schreibt:

        Es ist in der Tat fast unmöglich wirklich ABSOLUT NICHTS zu denken, erfordert viel und lange Phasen der Übung…

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      • waehlefreude schreibt:

        Seit vielen Jahren suche ich nach dem, was „das eigentliche Leben“ für mich ausmacht, nach dem, was das Leben lohnt.

        Mein schlimmster Feind ist hierbei der „konditionierte Frank“ mit seinem resignierend, erschöpften Wesen; der immer wieder sagt: „Vergiss es!“
        Ich habe so etwas wie Lehrer gesucht; doch die…

        Wie heißt der Ausspruch so schön, der Nietzsche zugeschrieben wird:

        „Ich wäre ja gerne Christ geworden, wenn die etwas erlöster aussähen.“…

        Tja…

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      • finbarsgift schreibt:

        Ich kann dich sehr gut verstehen, denn auch den konditionierten Lu gab es viel zu lang…

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      • waehlefreude schreibt:

        Möglicherweise habe ich diese Art des „Nichtdenkens“ auch schon öfter erlebt; wie sonst erklärt sich mein so oft vorhandener Lebensüberdruss?

        Die Bücher von Castaneda besitze ich bis auf das „Tensegrity“ Buch, das ich auch einmal hatte.

        Mit dieser „Rekapitulation“ hatte ich auch immer wieder einmal begonnen und immer wieder aufgegeben…

        Da ist kein „Don Juan“…

        Liebe Grüße,
        Frank

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      • teggytiggs schreibt:

        …ich dachte auch immer wieder daran zu rekapitulieren und hatte auch schon mit der Liste begonnen…aber dann erschien es mir so endlos, dieses Vorhaben…doch wer weiß, vielleicht beginne ich doch eines Tages damit…

        …die Tensegrity-Übungen habe ich lange Zeit täglich gemacht, also eine Auswahl und auch da denke ich daran, sie wieder in mein Morgenprogramm aufzunehmen…das Problem ist, wenn ich alle meine Übungen (Meditieren, Ölziehen, Tensegrity, Urintherapie) täglich mache, beanspruchen sie sehr viel Zeit und gerade im Frühjahr will ich möglichst früh in den Garten…im Sommer habe ich Gäste…also schaffe ich es nicht durchgehend, das ganze Programm, nur am Ölziehen und dem Meditieren halte ich fest…
        liebe Grüße, hab einen schönen Tag,
        Teggytiggs

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      • muschelfinderin schreibt:

        Ja … das so zu sehen ist großartig.
        „Ich bin eine Meisterin, die übt …“ Das mag ich auch.
        Das nimmt sogleich die Zweifel und die Perfektion heraus.

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      • waehlefreude schreibt:

        … Und man kann auch das vermeintlich fehlerhafte üben und sei es nur, um es besser zu verstehen. 😉

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  2. Uli schreibt:

    Sehr wahre Worte, lieber Frank.

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  3. Uli schreibt:

    Stimmt. Wäre aber schade Drum.

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  4. Anhora schreibt:

    Hut ab, dass du den Alkohol aufgegeben hast, das ist eine große Leistung! Sucht verbinde ich nicht so sehr mit Suchen, sondern eher mit Siechen. Deshalb würde ich den Hang zum Nachdenken nicht unbedingt dazuzählen, solange die Gedanken nicht nur um Negatives kreisen.

    Gefällt 2 Personen

  5. finbarsgift schreibt:

    Ein beeindruckender Eintrag!!

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    • waehlefreude schreibt:

      Ich danke Dir. Vor einiger Zeit habe ich damit begonnen mich hier in den Einträgen deutlicher zu zeigen.

      Wer vorher wissen wollte „wie ich ticke“, mußte zwischen den Zeilen lesen, oder genauer schauen, wie ich kommentiert habe.

      Das war ein wenig vermessen. 😉
      Nun bin ich dabei, mich hier zu zeigen mit vielem, was ich so erlebt habe, was ich denke, was ich fühle, wie ich bin.

      Es fällt mir oft schwer; doch wie sonst begegne ich hier wirklich?

      Liebe Grüße,
      Frank

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  6. waehlefreude schreibt:

    Hallo Lu.

    Über diesen Umstand hatte ich auch schon nachgedacht. Meine ersten Blogeinträge hier waren personalisiert. Selbst, wenn ich versuchte, anonym aufzutreten, würde es nicht klappen.

    Also nach dem Motto: „Blamiere Dich täglich.“ …Was kann ich denn verlieren?… Wie „wichtig“ bin ich denn? – Ich bin „Hartzilein“ und werde bald dreiundsechzig Jahre alt. Gesellschaftlich gesehen, bin ich so etwas von uninteressant, wie… Alles, was mir da…“peinlich“ erscheint; ist auch Konditionierung.

    Also…

    Liebe Grüße,
    Frank

    Gefällt 1 Person

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