Trauma

 

Gestern war wohl ein ganz besonderer Tag für mich und irgendwie muß das alles noch sacken.

 

Es geht um Traumaarbeit.

 

Ich habe den Tag erlebt, wie eine Operation, wie einen großen Eingriff.

 

Und da ist man anschließend erschöpft; und erschöpt war ich und zwar angenehm.

 Ungefähr so wie damals nach der Operation an meinem Ohr und nach der Nasennebenhöhlenoperation, wo es dieses Gefühl: „Endlich geschafft!“ gab.

Endlich nicht mehr diese  „immer wieder “ Schmerzen, die man hat, wenn es chronisch wird.

Trauma… Das sind andere Schmerzen; anders, als die, die man sonst so kennt…

 

Und jetzt, gefühlt so seltsam spät für mich, mit dreiundsechzig  Jahren…

Habe ich mich jetzt nun endlich, diesmal auch unterbewußt,  meinem Kindheitstrauma gestellt?

 

Da war so ein: „Ich will das jetzt!“

 

Was ein Trauma ist, läßt sich nicht wirklich in Worte fassen.

 

Es ist immer größer, als das, was sich erklären läßt und es ist sehr persönlich und auch sehr  intim.

 

Ich bin viel in Therapie gewesen, stationär und auch ambulant.

 

Und Therapie hat für mich immer auch so etwas wie von einem Stempel;  einer häßlichen Narbe, die gesehen wird; ein Schönreden hilft nicht; mir nicht…

Und auf diesem Stempel steht: „Du bist anders!“

 

Und weil der Stempel obendrein noch  von der  „Zahlungsgemeinschaft aller…“ 

Du bist „Kostenfaktor“…

Du fühlst Dich ganz schnell schuldig, auf sehr vielen Ebenen.

Du möchtest Dich rechtfertigen…

 

…Und dann wirst Du mit Untersuchungen, Fragen, Formularen, Bögen, Anträgen…

 

Irgendwie verpflichtest Du Dich auch dazu, Dich zu „reparieren“ und wenn das nicht gelingt…

Dann hast „Du“ versagt… Es sind nicht die anderen:

 

„DU BIST DAS!“

 

Trauma…

Mein Trauma.

Innerlich war ich anscheinend nie bereit, mich dem Eigentlichen und Wesentlichen zu stellen, weil es für mich zu groß und nicht zu bewältigen war.

 

Ob es jetzt anders ist,  diesmal anders ist?

Ich kann es nur vermuten und erlebe meine Reaktion.

 Und die war eben dieses Erschöpftsein.

 

…Da schaut die Spitze eines Eisberges heraus, bei einem Trauma und wenn Du da ansetzt…

 

Du weißt nicht was und wie viel da ist…

Gesundwerden? 

Gesund sein?

Wie ist das?

 

Über waehlefreude

..."Dumme rennen, Kluge warten, Weise gehen durch den Garten."... Rabindranath Tagore ... Vielleicht ist ja alles Garten, wenn wir richtig hinschauen.
Dieser Beitrag wurde unter Gedanken, Geschichten, Persönliches abgelegt und mit , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

39 Antworten zu Trauma

  1. Ilaina schreibt:

    Vielleicht nicht gesund, aber heil(er)? Ein Riss, der gekittet wird, ein Abgrund, der eine Brücke bekommt? Egal was, so lange Du es als gut für Dich empfinden kannst, ist es der richtige Weg. Und zu spät ist es nie.

    Gefällt 2 Personen

    • waehlefreude schreibt:

      Guten Morgen.

      Mein Leben wäre anders verlaufen, ohne diese Erlebnisse, sehr viel anders. Wer weiß, wozu es gut war, daß es sich so entwickelt hat, wie es gewesen ist.

      Nach der Definition der WHO (World Health Organisation) was Gesundheit sein soll, kann ich mir nicht vorstellen, daß es auch nur einen Menschen gibt, der nach dieser Definition gesund ist.

      Gesund würde für mich bedeuten, mich nicht mehr in vielem so blockiert zu fühlen und nicht mehr so sehr fremd, wie es aktuell oft noch der Fall ist.

      Deine Bilder für Heilung sind schön.

      Herzlichen Dank.

      Ja, ich baue an einer Brücke.

      Liebe Grüße,
      Frank

      Gefällt 1 Person

      • Ilaina schreibt:

        Lieber Frank, ich denke, es passiert nichts, ohne einen Grund. Wozu es gut war, warum man letztendlich diesen Weg nehmen musste, das weiss man immer erst im Nachhinein. Sicher wäre einiges anders, aber ob es dann auch besser wäre?
        Die Definition der WHO ist ein Idealbild, das wohl kaum ein Mensch erreichen kann.
        Baue Deine Brücke und sei neugierig auf das neue, das nun kommen wird.
        Liebe Grüße

        Gefällt 2 Personen

      • waehlefreude schreibt:

        Das nichts ohne Grund geschieht, sehe ich ähnlich.

        Und jetzt noch einmal Traumaarbeit zu leisten, fühlt sich einfach richtig an.

        Ich bin besser dafür gerüstet und frei von sonstigen Verpflichtungen, Dank meines Rentnerstatus und sogar Dank Hartz IV, das mir eine Narrenfreiheit ohnegleichen gewährt.

        Und es gibt das Blogschreiben, was es vorher für mich auch nicht gab.

        Verlieren kann ich nichts in meiner Situation; ich kann nur gewinnen.

        Und ich gewinne durch Euch hier, weit mehr Unterstützung, als es mir vorher, ohne Internet und Blogschreiben möglich war.

        Ich bin nie ganz allein mit meiner Arbeit an meinem Leben, kann zu unmöglichsten Zeiten schreiben und bekomme so schnell Antwort.

        Das ist schon toll.

        Noch einmal ein ganz herzliches Danke! 🙂

        Gefällt 1 Person

  2. Luckyfree schreibt:

    Guten Morgen Frank,
    so ein Trauma sitzt hinter einem großen Tor, schwer aus dicken Bohlen und mit eisernen Beschlägen. Du versuchst es zu öffnen, aber es klemmt, ist viel zu schwer,
    allein nicht zu schaffen. Mit Hilfe wird es gelingen, sicher ein mutiger Weg, doch dann irgendwann kommt es raus, diesesTrauma, befreit wird die Seele von der Last und gibt neue Wege frei. Bessere Zeiten, besseres ich.
    Liebe Grüße Maren 🍀😊🍀

    Gefällt 2 Personen

  3. teekay1st schreibt:

    Mein lieber Freund,

    ich habe heute früh (beim Hochfahren meines Systems) Deinen Post schon gelesen. Hat mich beschäftigt.
    Erstens bin ich beeindruckt, dass Du das alles so offen beschreibst, was Dich berührt, was Deine Gefühle sind.
    Zweitens kann ich Dich nur ermuntern, uns hier, Deine Freunde anzusprechen…
    Es ist eine tolle Gemeinschaft, die wir hier haben und diese Wertschätzung, die Du uns entgegen bringst, kommt hoffentlich auch bei Dir so zurück.
    Ich wünsche Dir einen wunderbaren Tag mit ganz vielen Glücksmomenten, so wie ich sie zur Zeit erleben darf.

    Ein Zitat von Buddha…

    Du kannst Dir inneren Frieden
    und Glückseligkeit nicht herstellen.
    Sie ist deine wahre Natur.
    Sie bleiben übrig,
    wenn Du all das aufgibst,
    was Dich leiden lässt

    In diesem Sinne, arbeite weiter daran und ich darf Maren zitieren, lass Dir helfen, dieses schwere Tor zu öffnen.

    Liebe Grüße
    Thomas

    Gefällt 2 Personen

  4. Ariana schreibt:

    ..viele gute Worte hier in den Kommentaren..

    ..fühle dich virtuell-blogfreundschaftlich umarmt lieber Frank..

    Gefällt 1 Person

  5. frauholle52 schreibt:

    Hallo Frank, Dein Mut beeindruckt mich sehr! Ich habe (wahrscheinlich) ähnliche Erfahrungen gemacht und kann berichten, dass alles gut werden kann. Ich erlebe wie Du den nicht ganz freiwillig frühzeitigen Renteneintritt nachträglich als großes Geschenk. Nun bin ich ganz frei für die eigenen Belange. Jetzt frische ich mein „Wissen“ alle zwei Jahre mit einer Familienaufstellung auf, die mich immer wieder auch ein Stückchen weiter bringt.
    Schön, dass ich Dich hier getroffen habe! Liebe Grüße! Regine

    Gefällt 1 Person

  6. Ulli schreibt:

    Lieber Emil, das ist wieder so ein Stoff, den du eröffnest … spontan dachte ich: Es bleibt mir nichts, ich muss mich als verletztes Wesen, als verletzte Frau wahr- und ernstnehmen, nur so kann ich heil werden, wenn überhaupt. Ich habe kein schlechtes Gewissen der Gesellschaft gegenüber, sie ist Teil meiner Erkrankung (gewesen). Ich stehe auch (nicht mehr) unter einem Genesungsdruck, ich bin die, die ich jetzt bin und die ist schon sehr anders, als noch die vor all den Therapien und dafür bin ich sehr, sehr dankbar.
    Traumen sind nicht mal eben so aufzulösen, sie sitzen tief und hinter dicken Mauern und mit dicken Riegeln verschlossen, aus Schutz, damit man weiterleben kann, irgendwie… man muss erst erstarken, um die Riegel zu öffnen und das kann dauern.
    Ich wünsche dir weiterhin einen guten Weg und grüsse dich sehr herzlich
    Ulli

    Gefällt 3 Personen

    • Ulli schreibt:

      sorry, ich habe mich vertippt, es muss lieber FRANK heissen!!!

      Gefällt 1 Person

    • waehlefreude schreibt:

      Liebe Ulli.

      Manches Konditionierte sitzt schon sehr tief.

      Und die „Obrigkeitsmacht“ setzt auch das gewissenlos ein.

      Da gibt es das System bestimmter Redewendungen in Satzblöcken in der Verwaltungssprache…

      Dieses neue Spiel mit „wertneutraler Sprache“: „Du darfst nicht mehr „füttern“ sagen; es heißt jetzt „Nahrung anreichen“

      Es gibt die Begrifflichkeitskonfusion, bei der Benennung von Menschen mit anderer Hautfarbe… Ich fühle mich nicht angegriffen, wenn ich mit „Weißer“ betituliert werde…

      Ich weiß nicht was damit vertuscht werden soll, oder bezweckt wird…

      Und Ähnliches begegnet einem auch im „Pharma – Kassen – Verwaltungsmoloch“.

      So einiges kommt wie Schuldzuweisung daher.

      Und irgendwie wirkt vieles.

      Deine Zeilen tun gut.

      Wie will ich, der Frank, denn gesund werden; „unpersönlich“ geht das wohl schlecht. 😉

      Liebe Grüße,
      Frank

      Gefällt 1 Person

  7. kowkla123 schreibt:

    ja, man muss sich der Sache stellen, ist echt nicht einfach, aber nötig, wünsche ein gutes Wochenende

    Gefällt 1 Person

  8. gertrudtrenkelbach schreibt:

    Das sind besondere Momente und zeigt, wir ent-wickeln uns immer weiter….

    Gefällt 1 Person

  9. refoexac schreibt:

    Jeder hat sein persönliches Trauma und jedes ist sehr individuell. Und jedes ist für den Betroffenen sehr schwierig. Man muss schon sehr hart sein, werden, um das aushalten zu können.

    Gefällt 1 Person

    • waehlefreude schreibt:

      Mit Härte gelingt es nicht; dann willigt man in das Spiel ein. Wir werden immer wieder angestoßen einzusteigen und mitzuspielen. Wir haben verloren, wenn wir uns innerlich nicht entziehen; äußerlich ist man guter, oder schlechter Verlierer und das in jedem Fall.

      Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s