Seelendünn

 

DSC02713 - Kopie

 

Es helfen nicht die vielen Tafeln Schokolade.

Der Seelenhunger wird betäubt und nicht gestillt.

So lange wütet schon ein leerer Herbst.

So ungesättigt, einsam, wie auf manchem Bild,

das, längst verblichen,

füllt den gold´nen Rahmen.

Der Winter lauert auf in allen Ecken

und dünn geworden ist die Hoffnung,

die dereinst so deftig war;

die zehrte von vergang´ner Fülle.

So leer der Herbst und das schon manches Jahr.

Ein Internet tropft stetig seine Lösung

und doch; sie hilft zum Überleben nur.

So fern die wirkliche Umarmung;

die Seelensuche hat verloren jede Spur.

Nur wenig helfen oftmals wohlgesinnte Menschen,

die es wohl gibt in diesem Seelenherbst;

wie fremd ist diese Sprache, die sie sprechen.

Noch mehr fehlt dann der Klang, der wohlvertraute,

den man im eig´nen Innern weiß

und der, so ausgezehrt, bald nicht mehr warten mag.

So dünn geworden ist die Seele…

Über waehlefreude

..."Dumme rennen, Kluge warten, Weise gehen durch den Garten."... Rabindranath Tagore ... Vielleicht ist ja alles Garten, wenn wir richtig hinschauen.
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24 Antworten zu Seelendünn

  1. Luckyfree schreibt:

    Ein schönes Foto, Frank und mir fällt beim Anblick folgendes ein. „Ein Vielzahl dünner Fäden, ergibt in der Summe ein haltbares Netz.“
    Ein Faden kommt aus dem Osten, definitiv. 😊😉 Schönes WE und liebe Grüße
    Maren🍀

    Gefällt 3 Personen

  2. luke Elljot schreibt:

    So hoffnungslos?

    Es schimmert rot im goldenen Lichte, der Buche neues Früjahrskleid.
    Zur Buche schaut die alte Fichte, und spricht zu ihr erfüllt von Neid:

    Warum muss immerzu ich tragen,
    mein altes Kleid stehts Jahr für Jahr?
    Warum möcht heute ich dich fragen,
    das ist doch ungerecht nicht war?

    Du schmückst dich jedes Jahr aufs neue
    mit einem wunderschönen Kleid.
    Doch wann bin ich mal an der Reihe?
    Sie sagt es voller Bitterkeit.

    Hab ich ein neues Kleid bekommen.
    Zur Fichte nun die Buche spricht.
    Gar bald wird´s wieder mir genommen.
    Ich geb es her, du aber nicht.

    Nicht Stolz und Schönheit sind´s die adeln,
    es adelt mehr die Einfachhait.
    Betrachte doch dein kleid von Nadeln.
    Es kleidet dich zu jeder Zeit.

    Unsere Seelen sind heute so allein, weil wir zu oft erwarten
    Doch die Seele will geben!
    Das Ego will nehmen!
    Das ist unser Zeitgeist!

    Aber zu jeder Zeit wirkt die schöpferische Kraft. Sie gibt. Der alte Baum der vom Sturm gefällt, dient hunderttausenden, vielleicht Millionen kleiner Lebewesen als Heimat und Nahrung!

    Es gibt kein Ende!
    Immer nur einen neuen Anfang!
    Alles Gute Luke

    Gefällt 3 Personen

    • waehlefreude schreibt:

      Lieber Luke.

      Herzlichen Dank für das wirklich schöne Gedicht.

      Es ist allerdings kein Neid. Ich beneide niemanden.

      Und mit Sicherheit sind sehr viele Menschen weniger glücklich, als ich es bin.

      Dieses „Ego“… Mir ist es abstrakt, nicht wirklich greifbar.

      Und mit diesem „verständigen Verstand“ habe ich auch oft genug Probleme.

      Warten pur ist allerdings elend. Geht mir viel zu oft so und es ist so schwer abzustellen für mich, wie so manche Gefühle. – Und wieder ist da dieser „Erklärkopf“… Ich brauche anderes.

      „Worte sind gut, aber Hühner legen Eier.“ (Afrikanisches Sprichwort)

      Ich brauche etwas Greifbarerers.

      Liebe Grüße,
      Frank

      Gefällt 2 Personen

      • luke Elljot schreibt:

        Nein,nein,nein! Das mit dem Neid ist so nicht gemeint! Tschuldigung wenn das so rübergekommen ist. Jeder muss seinen Weg selber gehen, is so. Liebe Grüße Luke

        Gefällt 1 Person

      • waehlefreude schreibt:

        Guten Morgen.

        Dann habe ich möglicherweise das Gedicht nicht richtig gelesen. Ich hatte Neid zwischen Fichte und Buche gesehen.

        Ein Weg ist immer persönlich, weil wir Person sind.

        Niemand geht für einen anderen und kann es auch nicht. 😉

        Doch oft fehlt Begleitung, die ähnlich sieht und ähnlich empfindet.

        Und das Virtuelle gibt so etwas eben nur virtuell.

        Und genau da liegt mein Hunger; es fehlt das greifbare, ähnlich schwingende Gegenüber. Ich vermisse es.

        Liebe Grüße,
        Frank

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      • luke Elljot schreibt:

        Das klingt schon etwas, nun ja, angepisst und masregelnd?
        Der Begriff Poesie sagt dir aber schon etwas oder? Wenn ich Deine Texte wörtlich nehmen würde, dann wunderte ich mich das du noch lebst. Wenn dir das schwingende Gegenüber fehlt, solltest du einen anderen Weg als das Internet suchen. Vielleicht öffentliche Lesungen? Es ist etwas bfremdlich wenn du vom Persönlichem Gegenüber im Internet schreibst.
        Aber mach wie du denkst. Ich werde mit meinen Komentaren künftig sehr zurückhaltend sein.:-

        Gefällt mir

      • waehlefreude schreibt:

        Mitunter wundert es mich selbst, daß ich noch lebe; das hast Du schon meinen Texten richtig entnommen.

        Möglicherweise sagt Dir, als Therapeut der Begriff Überlebensschuldsyndrom etwas.

        Das ist das Thema meines Traumas. Und aktuell arbeite ich das auf und lasse mich hierbei professionell begleiten.

        Und ich lebe ja nicht virtuell und verkrieche mich nur selten, habe Kontakt zu Nachbarn hier gefunden und habe auch Freunde, die ich aber leider nur viel zu selten sehe.

        Schau Dir Hartz IV Rentner an und Du wirst Ähnlichkeiten zu meiner Person finden.

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      • luke Elljot schreibt:

        Alles Gute mein Freund.
        Ein Freund von mir sagte einmal. Jeder hat ein Recht auf sein Schickal. Alles Gute.

        Gefällt 2 Personen

      • waehlefreude schreibt:

        Wenn ich nicht leben wollte und nicht irgendeinen Sinn spüren würde, gäbe es mich wohl wirklich nicht mehr.

        Und vieles meiner Lebensverweigerung gründet mit Sicherheit in meinem Trauma, das mir erst vor kurzem so deutlich geworden ist und ich arbeite daran.

        Herzlichen Dank für Deine Zeilen.

        Einen schönen Samstag.

        Frank

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  3. frauholle52 schreibt:

    Dein Text ist so schön und für mich so nachvollziehbar.
    Vielleicht kommt das Greifbare nur aus sich selbst heraus? Ich habe fast den Verdacht, aber ich will hier nicht weiter mit „weisen Worten“ um mich schlagen, sondern Dir lieber liebe Grüße schicken und hoffen, sie kommen an!

    Gefällt 1 Person

    • waehlefreude schreibt:

      Herzlichen Dank für Deine Grüße und Dein Dabeisein.

      Mir fehlt konkret einfach das greifbare passende Gegenüber.

      Immer nur allein erleben, tut nicht unbedingt gut.

      Liebe Grüße,
      Frank

      Gefällt 1 Person

      • frauholle52 schreibt:

        Ja, kann ich gut verstehen!

        Gefällt 1 Person

      • waehlefreude schreibt:

        Verstehen wird es wohl jeder. Es gibt ja liebe, nette Menschen um mich herum, was schon viel Wert ist; nur… Sie schwingen anders… Ich spüre oft die Hilflosigkeit, wenn sie mir gut sein wollen und nicht wissen wie.

        Mein Nachbar mit den Laufenten hat mich gefragt, ob ich wieder die Entenfedern haben möchte. Es lagen einige herum. Er kann damit wenig anfangen und weiß, wie ich mich darüber freue. Und das freut ihn. Tja; so ist das.

        Gefällt 1 Person

  4. teekay1st schreibt:

    Lieber Frank,

    ich kann so gut nachvollziehen wie es Dir geht. Ich habe diese grauen und fast unsinnigen Tage auch schon erlebt. Aber eines habe ich gelernt. Es geht immer wieder eine Tür auf, ein Mensch tritt in Dein Leben und alles ist bunt und so schön. Liebe Worte von lieben Freunden helfen schon auch, Du hast hier viele davon. Doch, es ist Internetz, ein virtuelles Miteinander mit viel Wertschätzung, aber auch wunderbar, so empfinde ich das zumindest. Aus diesen Kontakten können sich reale Freundschaften entwickeln, ja sogar Liebe.

    Ich wünsche Dir, dass Deine Seele bald, sehr bald, viele solcher Glücksmomente erleben darf und Dein Netz ein sehr tragfähiges und reißfestes wird. Auch von mir kommt ein ganz stabiler Faden.

    Ich bin für Dich da, das weißt Du!
    Einen schönen Samstag Abend Dir!

    Mein Credo…
    Wenn wir einen Menschen glücklicher und heiterer machen können, so sollten wir es auf jeden Fall tun, mag er uns darum bitten oder nicht.

    HERMANN HESSE

    Gefällt 2 Personen

    • waehlefreude schreibt:

      Lieber Tom,
      …ich merke gerade, daß mir diese Anrede besser gefällt… also, lieber Tom; ja, es geht immer wieder eine Tür auf.

      Und jetzt gerade tut sich bei mir einiges und, wie fast immer bei mir, sehr seltsam:

      Da rufe ich bei einem Psychologen an, stelle mich auf eine irre lange Wartezeit ein und bekomme so schnell einen Termin.

      Und der Psychologe ist fit und ich mag ihn. Auch das war nicht unbedingt zu erwarten.

      Daß es nun, wo ich mein Trauma angehe, öfter zu Tiefs kommt, ist normal.

      Und dafür habe ich ja auch meinen Blog hier. Vieles verarbeite ich durch Gedichte und auch durch Fotos. Das wird nicht jeder verstehen; doch es geht ja um mich. Mein Weg.

      Für die nicht virtuellen Wege ist auch schon Begleitung in Sicht. Ende August bekomme ich Besuch und er wird nicht nur ein paar Tage bleiben.

      Und ja; auch über das Internet kann sich einiges entwickeln. Gut tun mir die Kontakte, die ich derzeit habe schon jetzt.

      Vielen Dank dafür an Dich und an alle, die mich hier begleiten.

      Einen schönen Abend.

      Herzlichst,
      Frank

      Gefällt 2 Personen

  5. gertrudtrenkelbach schreibt:

    Auch die Sehnsucht braucht ihren Platz. Wenn ich sie fühle, formuliere, erst dann weiß ich ja, was mir fehlt.

    Das Gedicht ist einfach berührend.

    Gefällt 1 Person

  6. Madame Filigran schreibt:

    Mir geht das alles sehr nah. Aber ich weiß nicht, mit welchen Worten ich dir das mitteilen könnte.

    Gefällt 1 Person

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