Die Schwitzhütte

 

Es ist ja ein eigenartiges Phänomen wie man sich, als Mensch in unserem Kulturraum, von einer Stufe des „mit dem Leben Nichteinverstandenseins“ zur nächsten Stufe des „mit dem Leben Nichteinverstandenseins“ weiterbewegen kann.

Ich möchte da vorsichtigerweise wirklich nur von mir sprechen.  😉

Fange ich also erst einmal bei dem „Weltbild“ an, in das ich hineingeboren wurde.

Da gab es: „Das richtige Christentum“ und: „Das falsche Christentum“ und: „Die anderen…“

Und dann gab es da: „Den Himmel“ und: „Die Hölle“ und: „Hier sind wir“ und: „Das andere“, und eben: „Das interessiert uns nicht.“ 

Und wenn etwas nicht so richtig passen wollte, dann wurde es passend gemacht.

Und die Kinder sind die Kinder, und die Erwachsenen sind die Erwachsenen.

So läßt es sich natürlich leben, und am Sonntag gibt es Sonntagsbraten und Kaffee und Kuchen.

Und so lange man seine Füße „unter diesen Tisch zu stecken hat“…

Doch irgendwann hört so etwas ja auf und dann…

Dann begegnet man anderen „Rechtgläubigen“…

Und die sind so lange „rechtgläubig“, bis…

Und dann verläßt man auch diesen „Tisch“…

Nur ist da irgendwie die Hoffnung, daß man „den Tisch“ findet…

Ich habe so einige „Tische“ verlassen; so viele, daß…

Doch ich war ja eigentlich beim Thema „Schwitzhütte“…

„Schwitzhütte“ war das, was ich bis dahin so alles gelebt habe, ja irgendwie auch; nur daß:

„Die Schwitzhütte“ eben ein „Event“ ist und in ein „Ritual“ eingebunden wird.

Und zu einem „Ritual“ gehören meist so verschiedene „Regeln“.

Die Regeln können aber nur für die jeweiligen Mitspieler gelten und wenn es einen „Spielleiter“ gibt, dann darf der bestimmen, was, wie gespielt werden soll.

Und da hatte ich dann, weil; ich führe das nicht näher aus…

„Aha! Man sollte nicht mit Gummischuhen…“

„Verdammte Brille! Hätte ich auch draußen lassen können! Doch wo… Eh, egal, jetzt sitzt sie auf der Nase!“

… Und dann wurden immer mehr glühende Steine in die Kuhle der Schwitzhütte gerollt und es zischte und dampfte, weil…

Es hat viel mit einer Sauna gemeinsam… Und irgendwann…

Und wenn es dann heißt, daß man raus darf…

Und dann; typisch für mich:

„Gummischuhe!“ Hatte ich ja draußen lassen müssen.

„Brille ab!“ Da habe ich nicht nachgedacht…

Und: „Ab in die Nebel!“ (So hieß das kleine Flüsschen direkt neben der Schwitzhütte.)

Und : „Weg ist ein Gummischuh!“ … Und der ist auch nie wieder aufgetaucht…

Und die Brille?  Mit Taschenlampe haben wir gesucht; war ja Nacht.

Und dann grinste sie mich an: Sie saß auf einem Maulwurfshügel!

Ja, es war schon eine tolle Geschichte! 

Visionen? … Erkenntnisse? … Sonst was? …

Die Brille auf dem Maulwurfshügel hat mir zu denken gegeben…

 

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Über waehlefreude

..."Dumme rennen, Kluge warten, Weise gehen durch den Garten."... Rabindranath Tagore ... Vielleicht ist ja alles Garten, wenn wir richtig hinschauen.
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7 Antworten zu Die Schwitzhütte

  1. Reiner schreibt:

    Das ist schon ein schönes Bild, der bebrillte Maulwurfhaufen 🙂

    Sonst so: Wenn ich Himmel und Hölle weg lasse, oder besser ersetze mit Geglaubt wird in`ne Kirche oder auchVertrauen ist gut, Kontrolle ist besser, dann ähnelt das von Dir beschriebene Scenario durchaus meinen erlebten „Tischen“.

    Guten Morgen & Liebe Grüße dir, Frank !

    Gefällt 2 Personen

  2. Das ist wirklich ein bemerkenswertes Bild. Seit ich diesen Satz zum ersten Mal gehört habe, vielleicht mit fünf, fand ich ihn überaus dumm – genau wie „Wenn das jeder machen würde.“ – und war entschlossen, diesen so bald als möglich einen eigenen zu haben, unter den jeder ohne Bedingungen seine Füße strecken kann.

    Gefällt 3 Personen

  3. refoexac schreibt:

    Text und Sprache kann in vielen Facetten verwendet werden. Machtausübung ist eine davon, wohl die am häufigsten Verwendete, leider. Befehle sollte nur gebraucht werden, wenn es unumgänglich ist oder wirklich sinnvoll.

    Und nun höre man sich das Geplapper der Welt mal an und deren Zusammensetzung. Eben. 90% überflüssig.

    Gefällt 1 Person

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